Beichte und Versöhnung

Das Sakrament der Beichte und Versöhnung

« Es ist leichter, das letzte Wort zu haben,
als den ersten Schritt zu tun. »

Wie finden wir zu Gott zurück, wenn wir erkennen müssen, dass wir uns von ihm durch ein bestimmtes Verhalten oder durch all­mähliche Ent­frem­dung getrennt – d.h. gesündigt – haben? Zu unserer Über­raschung brauchen wir nichts zu tun, als uns umzu­drehen und uns Gott neu zuzuwenden.

Mögen wir uns auch tausend Schritte von Gott weg entfernt haben, so bedarf es dank der Liebe und Vergebungs­bereitschaft Gottes nicht mehr als eines einzigen Schrittes, um zu ihm zurück­zukehren. Wenn dies alles aber zutrifft, dann könnte unser Bekennt­nis zu der „Vergebung der Sünden“ in Christus doch eigent­lich ein uns beglück­endes und befrei­endes Thema sein, das wir weder zu verdrängen noch zu umgehen brauchten.

Denn wir wollen Vergebung, weil wir vergessen wollen; Gott aber vergibt uns, damit wir uns erinnern: wie sehr er uns beschenkt, indem er uns bedingung­slos annimmt, wie wenig wir uns von den anderen unter­scheiden, die wir sonst so leicht verurteilen, und wie weit unsere Vorstellung von uns selbst von der Wirk­lich­keit entfernt ist. So wird uns unsere Schuld gerade nicht vergeben, damit wir wieder ganz die Alten sein können, sondern damit wir Gott, den anderen und uns selbst neu und anders begegnen. Der Sinn der Vergebung liegt nämlich nicht darin, dass wir wieder besser dastehen, sondern dass wir Gott gegenüber dankbarer, anderen gegenüber barmherziger und uns selbst gegenüber wahr­hafti­ger werden.

Ein Bild kann helfen, das Gemeinte zu verdeutlichen

Wenn Eltern den Geburt­stag ihres Kindes feiern wollen, werden sie ein Geschenk vorbe­reiten, vielleicht einen Kuchen backen und ein kleines Fest gestalten. Sie wollen ihrem Kind damit zeigen: „Wir haben dich lieb!“ Aber diese Liebe ist natürlich nicht auf diesen Tag begrenzt, sondern mit dem Geburtstagsfest wollen sie zeigen, wie gern sie das Kind das ganze Jahr über haben. Diese Wahr­heit soll an diesem Fest besonders sichtbar werden und heraus­gestellt sein. Wir Menschen brauchen solche Zeichen. Sie müssen möglich sein. Aber natürlich ist die Liebe der Eltern zu ihrem Kind nicht von diesem Zeichen abhängig. Wenn es aus einem bestimmten Grund nötig wäre, die Geburts­tags­feier abzusagen, weil z.B. das Kind krank geworden ist, bleibt die Liebe der Eltern dennoch bestehen.

Das Sakrament der Versöhnung ist - wie eine solche Geburts­tags­feier - das sichtbare Zeichen der Versöhnung, die Gott uns immer schon geschenkt hat. In ihm feiern wir, was immer gilt: das wir in der sünden­verge­benden Liebe Gottes geborgen sind.

Die katho­lische Kirche empfiehlt, sich im Sakrament der Versöhnung regel­mäßig diese Vergebung Gottes zusprechen zu lassen. Das kann in verschie­denen Formen geschehen.

In jeder katholischen Kirche gibt es einen Beichtstuhl, in dem zu angegeben Zeiten ein Priester ist, bei dem man in anonymer Weise beichten kann. Es gibt auch die sehr häufig genutzte Möglichkeit des persön­lichen Beicht­gespräches. Das ist ein persönliches Gespräch, das man mit einem Priester nach einer Termin­verein­barung führt und in dem man in einer Atmos­phäre des Gesprächs über die eigenen Grenz­erfahrung­en, über Versagen und Schuld spricht. Nie kann es dabei um Verurteilung oder Verdammung gehen, sondern immer um Aufrichtung, Ermuti­gung und die Zusage der Vergebung.

Möchten Sie einen Gesprächs­termin vereinbaren und das Sakrament der Versöhnung und Beichte empfangen?

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