Häufig gestellte Fragen

Pfarrei der Zukunft

Fakten-Check zur Pfarrei der Zukunft

© Bistum Trier

Behauptung: In vielen Pfarreien läuft es doch noch gut – die Synodenumsetzung zerstört bestehendes.

Fakt: Die Situation im Bistum ist sehr unterschiedlich. Mancherorts läuft es in der Tat gut. Vielfach funktionieren Gruppen, sogar neue Formen der Liturgie werden ausprobiert. Aber viele Kirchengemeinden sind finanziell und personell notleidend. Weniger als 10 Prozent der Katholiken besuchen die Gottesdienste am Sonntag, die Sakramentenspendungen nehmen ab, das Durchschnittsalter der regelmäßigen Gottesdienstbesucher steigt auf 55 bis 60 Jahre. Jugendliche und junge Erwachsene kommen im pfarrlichen Leben kaum vor. Derzeit gibt es über 20 vakante Pfarreiengemeinschaften; für die kommenden Jahre erwarten wir einen starken Rückgang der Zahl der Seelsorgerinnen und Seelsorger, besonders der Priester.

Der Bischof muss im Blick auf seine ganze Diözese für eine tragfähige Organisation sorgen:

  • pastoral zuverlässig und erreichbar,
  • wirtschaftlich handlungsfähig,
  • strukturell stabil,
  • verwaltungsmäßig effizient.

Hier braucht es deutliche Veränderungen. Von daher: Die Synode hat erkannt, dass sich die Lebenswirklichkeiten der Menschen verändern und Kirche sich darauf einstellen will. Als Leitorientierung dazu setzt die Synode die Perspektivwechsel.

Behauptung: Zentrale Organisation und Gestaltung des kirchlichen Lebens in der Großpfarrei durch ein Führungsteam, bestehend aus Pfarrer und zwei Laien. Degradierung der bisherigen Priester vor Ort zu „Kaplänen“. Gestaltung der Beziehung zur örtlichen Situation völlig unklar.

Fakt: Das Leben wird an den vielen „Orten von Kirche“ stattfinden; dort wird auch entschieden, in Anbindung an das Leitungsteam, was wie passiert. Das Leitungsteam öffnet den Rahmen für dezentrales Handeln. Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in den Lebensräumen der Menschen präsent und werden in ihren jeweiligen Bereichen Leitungsverantwortung übernehmen. Es wird eine Rätestruktur geben. Sie ermöglicht Mitbestimmung durch Wahl; im neuen Organ „Synodalversammlung“ sind die „Orte von Kirche“ repräsentiert.

Behauptung: Motivation und Engagement für die zentrale Großpfarrei fraglich, da völlig unklar ist, wohin Erlöse fließen und somit keine Verbindung der örtlichen Aktivität mit einem konkreten örtlichen Bedarf mehr vorhanden ist...

Fakt: Menschen engagieren sich zunehmend in Projekten, für die Anliegen und Themen, die ihnen in ihrem Leben wichtig sind. Sie tun es gerne zeitlich begrenzt.

Engagement findet nicht nur in den Räten und Gremien statt. Menschen bilden schon jetzt Initiativen, um Orte für den geistlichen Austausch zu finden. Sie engagieren sich an „Orten von Kirche“: etwa in Jugendinitiativen, in der Trauerarbeit, bei Andachten oder besonderen Gottesdiensten. Dort ist Mitbestimmung und Selbstverwaltung auch in der Pfarrei der Zukunft möglich und gewünscht.

Behauptung: Die Großpfarrei wird Alleineigentümer aller Immobilien und Vermögenswerte sein.

Fakt: Richtig ist: Die Immobilien sind Besitz der Kirchengemeinden, heute wie künftig. Falsch ist aber die implizite Behauptung, alle Entscheidungen würden zentral und auf der obersten Leitungsebene getroffen. Richtig ist, dass getroffene Zweckbindungen oder Stiftungen erhalten bleiben. Richtig ist, dass wir Solidarität auch in wirtschaftlicher Hinsicht untereinander erwarten und auch brauchen.

Behauptung: Die Entscheidung und Gestaltung der Nutzung von Immobilien und Vermögenswerten werden zentral von der Großpfarrei gesteuert. Vor Ort kein Gremium, keine rechtlichen und finanziellen Befugnisse mehr wie bisher in den Pfarreien vor Ort.

Fakt: Gestaltung und Mitentscheidung wird künftig bei den „Orten von Kirche“ liegen. Dort wird es Verwaltungsteams geben, die mit Befugnis und Budget ausgestattet, mandatiert und im Kirchlichen Vermögens- und Verwaltungsgesetz verankert sind.

Behauptung: Welche Pfarrsekretariate wo in der Großpfarrei sind, ist noch völlig unklar.

Fakt: In jeder Pfarrei der Zukunft wird es einen Verwaltungssitz und ein Pfarramt geben. Dazu kommen „Kirchenbüros“ und „Kontaktstellen“. Die Pfarreien werden selbst entscheiden, wo solche Stellen gebraucht werden. Es wird keine Entlassungen geben – alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auch künftig gebraucht.

Behauptung: Entscheidungen über Reparatur, Renovierung und Erneuerung von Kirchen und Pfarrheimen werden zentral in der Großpfarrei entschieden, wo der örtliche Bezug nicht vorhanden ist.

Fakt: Den laufenden Betrieb oder kleinere Reparaturen können die Teams über ihre Budgets regeln. Nur wenn es keine Menschen gibt, die vor Ort Verantwortung übernehmen, wird das zentral entschieden.