Spirituelles

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Liebe BesucherInnen,

herzlich willkommen auf unserer Seite «Spirituelles». Hier finden Sie geistliche und meditative Texte. Vielleicht nehmen Sie sich etwas Zeit zum Lesen und Empfinden? Dann könnten möglicherweise auch einige verborgene Saiten in Ihnen anklingen. Viele Menschen sind froh, wenn Texte, Gebete und Meditationen ihrem persönlichen Gebet Impulse geben, um sie bei Bedarf zu nutzen. Nichts anderes beabsichtigt die vorliegende Sammlung. Wenn Sie ein Text anspricht, verweilen Sie bei ihm und lassen ihn in Ihrem Inneren sprechen - nicht die Fülle der Texte bringt uns zu Gott sondern "das Kosten der Dinge von Innen", wie Ignatius von Loyola, der große Meister im Gebet, sagt.

Der Scheck

Ein Seminarleiter begann, indem er einen Scheck von 40 EURO hoch hielt. Im Raum saßen 200 Leute. Er fragte: Wer möchte diesen Scheck haben? Alle Hände gingen hoch. Er sagte: Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber zuerst lasst mich eins tun. Er zerknitterte den Scheck. Dann fragte er, 'Möchte ihn immer noch einer haben?' Die Hände gingen wieder alle hoch.

Also, erwiderte er: 'Was ist wenn ich das tue?' Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen über den dreckigen Boden. Er hob den Scheck auf; er war zerknittert und völlig dreckig. 'Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?' Es gingen wieder alle Arme in die Luft.

Dann sagte er: 'Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Scheck geschah, ihr wolltet ihn haben, weil er nie an Wert verloren hat. Er war und ist immer noch 40 EURO wert.'

'Es kann auch in unserem Leben passieren, dass wir abgestoßen, zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden.'  'Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren. Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist unbezahlbar für all jene, die dich lieben. Unser Wert wird nicht durch das bewertet, was wir tun oder wen wir kennen, sondern dadurch WER DU BIST. Du bist was Besonderes- vergiss das NIE!

Jean-Baptiste Marie Vianney, genannt der Pfarrer von Ars 1925 durch Papst Pius XI. heiliggesprochen

Der Heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche. In einer Bank nimmt er, wie so oft schon, einen einfachen Bauern wahr, der sich stundenlang dort aufhält, ohne Buch oder Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig nach vorne, zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn: „Was tust Du denn hier die ganze Zeit über?“

Die Antwort: „Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das ist genug.“

Gott schaut dich an, wer immer du seist,
so, wie du bist, persönlich.
Er »ruft dich bei deinem Namen«.
Er sieht dich und versteht dich,
wie er dich schuf.
Er weiß, was in dir ist,
all dein Fühlen und Denken,
deine Anlagen und deine Wünsche,
deine Stärke und deine Schwäche.
Er sieht dich an deinem Tag der Freude
und an deinem Tag der Trauer.

Er fühlt mit deinen Hoffnungen und Prüfungen.
Er nimmt Anteil an deinen Ängsten und Erinnerungen,
an allem Aufstieg und Abfall deines Geistes.
Er umfängt dich und trägt dich in seinen Armen.
Er liest in deinen Zügen,
ob sie lächeln oder Tränen tragen,
ob sie blühen an Gesundheit oder welken in Krankheit.
Er schaut zärtlich auf deine Hände und deine Füße.
Er horcht auf deine Stimme,
das Klopfen deines Herzens,
selbst auf deinen Atem.
Du liebst dich nicht mehr, als er dich liebt.

John Henry Kardinal Newman 

Gebet

O, mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
O, mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu Dir.
O, mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir. Amen.

Nikolaus von der Flüe 

Scherben

Heute schenke ich dir
meine Scherben:
Bemühungen, die gescheitert sind,
Hoffnungen, die zerbrochen sind,
meine krummen Wege,
meine Sackgassen.
Wirst du zusammenfügen,
was zerbrochen ist,
gerade biegen, was krumm ist,
Ausweglosigkeiten öffnen?
Heute zeige ich dir
meine blinden Stellen:
meine unausgesprochenen Worte,
kühne Gedanken,
die ich nie wagte,
unbeantwortete Fragen,
unerfüllte Wünsche.
Wirst Du mein Reden und Denken bewegen,
mir Antworten zeigen,
Genügsamkeit schenken?
Sieh meine Schwachheit,
meine Unsicherheit,
meine Versehrtheit.
Wirst du mich heilen?

Gisela Baltes aus: MAGNIFICAT. Das Stundenbuch, Oktober 2005, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer. 

Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte
ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.

Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt still
werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.

Sören Kierkegaard

Beten

Da hilft nur noch beten
Sagen die einen
Und die anderen tun’s
Fassen all das in Worte
Wo andere sprachlos bleiben
Und werden ganz still
Wo andere nur noch toben
Und sie bitten
Und flehen
Und rufen zu Dir
Um Antwort auf ihre Fragen
Und Du antwortest – Herr
Auf ganz eigene Weise
Manchmal erstaunlich
Doch auch bedrückend
Mal leise
Dann hilft nur noch beten
Sagen die einen
Und die anderen tun’s
Dein Wille geschehe – Das beten wir fast
täglich – Dann sollten wir es auch ernst nehmen

Frank Greubel aus: Dir blüht das Leben. Gebete von A bis Z von Frank Greubel. KatholischeLandvolkbewegung Würzburg.

Ewiger
heiliger, geheimnisreicher Gott.
Ich komme zu dir.
Ich möchte dich hören,
dir antworten.
Vertrauen möchte ich dir
und dich lieben,
dich und alle deine Geschöpfe.
Dir in die Hände
lege ich Sorge,
Zweifel und Angst.
Ich bringe keinen Glauben
und habe keinen Frieden.
Nimm mich auf.
Sei bei mir,
damit ich bei dir bin,
Tag um Tag.
Führe mich,
damit ich dich finde
und deine Barmherzigkeit.
Dir will ich gehören,
dir will ich danken,
dich will ich rühmen.
Herr, mein Gott.

Jörg Zink

Eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten

Es ist nicht nötig, viel zu wissen, um mir zu gefallen – es genügt, dass du
mich sehr liebst. Sprich also einfach mit mir, wie du mit deinem engsten
Freund sprechen würdest.
Musst du mich für jemanden um etwas bitten?
Nenne mir seinen Namen und sage mir dann, was du möchtest, dass 
ich jetzt für ihn tun soll. Erbitte viel – zögere nicht zu bitten.
Sprich zu mir auch einfach und aufrichtig von den Armen, die du
trösten willst, von den Kranken, die du leiden siehst, von den Verirrten,
die du sehnlichst auf den rechten Weg zurückwünschst.
Sage mir für alle wenigstens ein Wort.

Und für dich, brauchst du für dich nicht irgendeine Gnade?
Mache mir, wenn du es möchtest, eine Art Liste mit allem, was du
brauchst und komm, lies sie in meiner Gegenwart.
Sage mir offen, dass du vielleicht stolz, selbstsüchtig, unbeständig,
nachlässig bist und bitte mich dann, dir zu Hilfe zu kommen bei den
wenigen oder vielen Anstrengungen, die du machst, um davon
loszukommen.

Schäme dich nicht! Es gibt viele Gerechte, viele Heilige im Himmel, die genau
die gleichen Fehler hatten. Aber sie baten demütig und nach und nach
sahen sie sich frei davon.
Und zögere auch nicht, um Gesundheit sowie einen glücklichen Ausgang
einer Arbeiten, Geschäfte oder Studien zu bitten.
All das kann ich dir geben und gebe ich dir. Und ich wünsche, dass du
mich darum bittest, soweit es sich nicht gegen deine Heiligkeit richtet,
sondern sie begünstigt und unterstützt.
Was brauchst du gerade heute?
Was kann ich für dich tun?
Wenn du wüsstest, wie sehr ich wünsche, dir zu helfen!

Trägst du gerade einen Plan mit dir herum?
Was kann ich für deinen Bruder tun, was für deine Schwester, deine Freunde,
deine Familie, deine Vorgesetzten? Was möchtest du für sie tun? Und was
mich angeht: Hast du nicht den Wunsch, dass ich verherrlicht werde?

Möchtest du nicht deinen Freunden etwas Gutes tun können, die du
vielleicht sehr liebst, die aber vielleicht leben, ohne an mich zu denken?
Sage mir: Was weckt heute besonders deine Aufmerksamkeit?
Was wünschst du dir ganz sehnlich?
Über welche Mittel verfügst du, um es zu erreichen?
Sage es mir, wenn dir ein Vorhaben schlecht gerät, und ich werde dir die
Gründe für den Misserfolg nennen. Möchtest du mich nicht für dich
gewinnen? Ich bin der Herr über die Herzen, und mit sanfter Gewalt bringe
ich die dahin wo es mir gefällt, ohne ihre Freiheit zu beeinträchtigen. 

Fühlst du dich vielleicht traurig oder schlecht gelaunt?
Erzähle mir in allen Einzelheiten, was dich traurig macht.
Wer hat dich verletzt?
Wer hat deine Selbstliebe beleidigt?
Wer hat dich verachtet?
Teile mir alles mit, und bald wirst du soweit kommen, dass du mir sagst,
dass du nach meinem Beispiel alles verzeihst, alles vergisst.
Als Lohn wirst du meinen tröstenden Segen empfangen.
Hast du vielleicht Angst? Spürst du in deiner Seele jene unbestimmte
Schwermut, welche zwar unberechtigt ist, aber trotzdem nicht aufhört,
dir das Herz zu zerreißen? Wirf dich meiner Vorsehung in die Arme!
Ich bin bei dir, an deiner Seite. Ich sehe alles, höre alles und nicht einen
Augenblick lasse ich dich im Stich.

Spürst du Abneigung bei Menschen, die dich vorher gern mochten,
die dich jetzt vergessen haben, und sich von dir entfernen,
ohne dass du ihnen dazu den geringsten Anlass gegeben hast?
Bitte für sie und ich werde sie an deine Seite zurückbringen,
wenn sie nicht zum Hindernis für deine Heiligung werden.
Und hast du mir nicht vielleicht eine Freude mitzuteilen?

Warum lässt du mich nicht daran teilnehmen, da ich doch dein
Freund bin? Erzähle mir, was seit dem letzten Besuch bei mir dein
Herz getröstet und zum Lächeln gebracht hat.

Vielleicht hast du angenehme Überraschungen erlebt; vielleicht hast
du glückliche Nachrichten erhalten, einen Brief, ein Zeichen der
Zuneigung, vielleicht hast du eine Schwierigkeit überwunden, bist
aus einer ausweglosen Lage herausgekommen. Das alles ist mein Werk.
Du sollst zu mir einfach sagen:

Danke, mein Vater.