Pfarrei der Zukunft

herausgerufenLiebe Mitchristen,  

vor genau zwei Jahren hatte das Bistum Trier den Entwurf seiner künftigen Raumgliederung vorgestellt: es sollen 35 "Pfarreien der Zukunft" gegründet werden, die das christliche Leben besser unterstützen können. Das Leben findet weiterhin vor Ort statt - in den weit über 800 dann früheren Pfarreien und an unzählbar vielen anderen "Orten von Kirche", die es zum Teil neu zu entdecken gilt.
Viele Fragen und Sorgen bewegen seit dieser Zeit die Menschen in unseren Gemeinden. 
Wie wird in einer Pfarrei der Zukunft das Angebot an Gottesdiensten aussehen? Wer verwaltet künftig das Geld? Wird die Bürokratie aufgebläht? Werden wir noch eine Messe in unserer Kirche haben? Müssen wir dann immer weit fahren, um ein Pfarrbüro zu finden?
Bei all diesen Fragen gibt es bisher eher dürftige und vage Informationen - und dem entsprechend viel Raum für Vermutungen und Phantasien.

Doch eins ist sonnenklar: Wir werden das Projekt Synodenumsetzung nur dann schaffen, wenn wir tief im Herzen davon überzeugt sind, dass es sich lohnt, für eine neue Sozialgestalt von Kirche einzusetzen. 
Wir leben in einer Zeit des Übergangs, des Umbruchs und des Umbaus unserer Kirche. Wie die Zukunft wird, darauf gibt es nicht nur eine Antwort, im Gegenteil: es gibt viele. Die Zukunft jdedenfalls ist offen, und sie ist überwältigend ungewiss! Und diese Offenheit löst bei den einen Hoffnung aus und jagt den anderen Angst ein!
Doch jeder Einzelne von uns hat es in der Hand, ob und wie es bei uns in den Gemeinden weitergeht.

 

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Jedenfalls lohnt es sich darüber nachzudenken und achtsam eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Dazu gefällt mir die Metapher oder sagen wir besser die Geschichte von den zwei Wölfen.
Abends am Lagerfeuer erzählte ein alter Indianer seinem Enkelsohn von einem Kampf, der in seinem Inneren tobt.
Er sagte: „Mein Sohn, dieser Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten.“
Der eine Wolf ist böse: Er verkörpert die Sorgen, den Schmerz, das Selbstmitleid und die Angst. 

Der andere Wolf ist gut: Er ist die Liebe, die Freude, die Hoffnung, die Zuversicht und der Mut.

Sein Enkel dachte einige Zeit über die Worte des Großvaters nach und fragte dann: “Und welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?”

Der alte Cherokee antwortete: „Der den du fütterst!“ 

Liebe Mitchristen! Auch wir können uns beim Übergang in eine Pfarrei der Zukunft bewußt dafür entscheiden, welchen Wolf wir füttern. Bedenken wir aber dabei, dass wir in einer Zeit permanenter Veränderungen nicht nur eine neue Form der Organisation brauchen, die flexibel auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren kann: eine bewegliche Organisation, die sich stets (weiter) entwickelt, sondern wir brauchen auch einen Perspektivwechsel in unserem pastoralen Wirken.
Mit Hilfe der Sozialraumorientierung sollen künftig Pastoralteams   stärker nach den Lebensbedingungen der Menschen fragen und dabei  schauen und herausfinden, wie die Menschen leben und was ihnen am Herzen liegt. 
Eine Kirche, die sich dem Einzelnen derart konsequent zuwendet, wie es die Synode fordert, ist auch heraus gerufen und heraus gefordert, aktiv in die Lebensräume der Menschen hinein zu gehen.
Die Pfarrei der Zukunft (PdZ) wird also anders organisiert sein als bisher, die Mitarbeiter/innen einschließlich des Leitungsteams werden anders arbeiten: Ihre Aufgabe wird es sein, Charismen zu suchen und zu fördern und für eine vielfältige, damit aber auch sehr unterschiedliche Gestaltung der Orte von Kirche zu sorgen. 
In diesem Zusammenhang ist daher auch die Frage wichtig, wie in der geplanten Gremienstruktur einer Pfarrei der Zukunft (künftig abgekürzt: PdZ) echte Partizipation möglich ist. Das heißt: An welchen Stellen wird informiert und beraten, an welchen Stellen wird tatsächlich mitentschieden?
Gut wäre natürlich, wenn in dieser Organisationsstruktur nicht nur ein neu zu bildendes Verwaltungsgremium über den Haushalt mitentscheiden kann, sondern auch der Rat der Pfarrei auf Augenhöhe mit dem Leitungsteam an Entscheidungen beteiligt wird.
Neben diesen beiden soll noch ein drittes Gremium, die sogenannte Synodalversammlung, ebenso wichtige Entscheidungen treffen - etwa über pastorale Themen-Schwerpunkte einer PdZ. Es gilt aber bei allen Neuerungen und Veränderungen nach wie vor: Jeder Einzelne mit seinen Ideen und seinem Engagement wird auch weiterhin in der Pfarrei der Zukunft wichtig sein. 

 

Die Erneuerung der Kirche ist das Ziel

Daher möchten wir Sie künftig an dieser Stelle und im Hauptmenü unter der neuen Rubrik Pfarrei der Zukunft über alle aktuellen Entwicklungen zur Synodenumsetzung informieren. 

Wir möchten Sie aber auch herzlich einladen, uns Ihre Fragen oder Anregungen persönlich zu übermitteln. Sprechen Sie uns an - gerne auch per Mail oder Telefon. 

mailto:
Fon:    06533 / 93290 

Gerne können Sie sich auch über die Internetseite des Bistums informieren. 

https://www.bistum-trier.de/teilprozessgruppen/tpgs-pfarrei-der-zukunft-ihre-gestalt/?L=12