Haustürgottesdienst im Advent

„Herbergssuche“ einmal anders

Advent und Weihnachten auf Abstand – das geht eigentlich nicht. Denn wenn Gott Mensch wird, dann überwindet er ja jeden Abstand, jede Distanz zwischen sich und uns. Trotzdem müssen wir in diesem Jahr besonders auf uns achtgeben. Und das heißt auch, dass wir Advent und Weihnachten anders gestalten als sonst. 

In diesem Jahr möchten wir den Advent als Herbergssuche gestalten. Maria und Josef machen sich auf den Weg. Doch diesmal bleiben die Türen nicht verschlossen. Diesmal feiern wir, dass die beiden sich auf den Weg gemacht haben. Miteinander – soweit das jeweils möglich ist – und an der Haustür oder einer Wohnungstür. 

Nach dem Gottesdienst nehmen Maria und Josef mit, was Ihnen und euch am Herzen liegt: die beiden haben einen Beutel bei sich, der alle die großen und kleinen Bitten aufnimmt, die Sie und euch bewegen. In der Christnacht tragen wir die Bitten dann noch einmal vor Gott. Besonders die Erstkommunionfamilien laden wir ein, Maria und Josef eine Herberge zu geben und sie in einem kurzen Haus- oder Wohnungstürgottesdienst zu begrüßen.

Vorbereitung und Material

An konkreten Materialien werden mindestens gebraucht: Maria und Josef (als Krippenfiguren); ein Beutel, der die Bitten der Haus(tür)liturgie aufnimmt; evtl. Bastelmaterialien für Fensterbilder: Transparentpapier, Fotokarton o.ä., Kerzen, weiteres Material je nach örtlicher Gegebenheit und Aufwand.

Baustein 2: Haustürgottesdienst im Advent 

Zu Beginn: Eine Wohnungstür oder Haustür wird adventlich bzw. weihnachtlich gestaltet. Wer Krippenfiguren hat kann Maria und Josef zur geschmückten Tür stellen. 

Danach beginnt der Gottesdienst an der gestalteten Haus- oder Wohnungstür mit dem Kreuzzeichen. 

Wenn möglich, kann auch gesungen oder Musik gespielt werden.

Anschließend wird mit ein paar Worten zur Kurzlesung übergeleitet. Man könnte z. B. sagen:

„Wir hören einen der Hoffnungstexte aus der Bibel. Die Menschen damals haben auch in schwierigen Zeiten versucht, Gottes tröstendes Wort zu sagen. Auch heute kann es guttun, ihnen zuzuhören.“

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 1,26-38)

Ein Engel von Gott kommt zu Maria.

Als Jesus geboren wurde, war es so.
In einer Stadt wohnte eine junge Frau.
Die junge Frau hieß Maria.
Maria war verlobt.
Der Verlobte von Maria hieß Josef.

Gott wollte, dass Maria die Mutter von Jesus wird.
Ein Engel sollte Maria Bescheid sagen.
Der Engel hieß Gabriel.

Der Engel Gabriel ging zu Maria.
Zuerst begrüßte der Engel Maria.
Maria bekam einen Schreck.
Und staunte.
Und freute sich.

Der Engel sagte zu Maria:

Du brauchst keine Angst zu haben, Maria.
Gott hat dich sehr lieb.
Gott hat etwas Besonderes mit dir vor.
Du bekommst ein Baby.
Das Baby wird ein Junge.
Der Junge soll Jesus heißen.Jesus wird überall bekannt sein.
Die Menschen werden zu Jesus sagen:
Du bist der Sohn von Gott
Jesus wird für die Menschen nur Gutes tun.

Jesus wird wie ein guter König sein.
Und alle Menschen froh machen.

Maria dachte nach.

Maria fragte: Geht das denn alles?
Ist das denn möglich?
Wie soll ich denn eine Mutter werden?
Ich bin doch mit Josef noch gar nicht richtig zusammen. 

Der Engel sagte: Gott sendet den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist wird bei dir sein.
Mit seiner ganzen Kraft.
So kannst du die Mutter von Jesus werden.
Bei Gott ist alles möglich.
Das Kind ist der Sohn von Gott. 

Maria sagte zum Engel:

Das ist in Ordnung.
Du kannst Gott sagen:

  • Ja, ich bin für Gott bereit.
  • Ja, ich will die Mutter von dem Sohn von Gott werden.
  • Gott ist ein guter Gott.

Dann ging der Engel wieder zurück.

Nach der Lesung kann jeder noch eine Bitte vortragen, z. B.: 

1. Herr Jesus Christus, gib uns Kraft, damit wir anderen Menschen Freude schenken und helfe uns, immer füreinander da zu sein und zu zeigen, dass wir zusammengehören. 

2. Herr Jesus Christus, wir bitten für die Familien, die in diesen Tagen besonders nah zusammen sind - für die, bei denen es friedlich zugeht, und für alle, bei denen es zu Konflikten und Streit kommt. 

3. Herr Jesus Christus, wir beten für Menschen, die gerade in diesen Tagen niemand haben, mit dem sie sich freuen können.

Vaterunser: Die Bitten werden mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser beendet. Dazu kann jemand etwa sprechen: 

„Alle diese Bitten und auch die, die wir nicht ausgesprochen haben, aber auf dem Herzen tragen, nehmen wir mit, wenn wir das Gebet sprechen, das Jesus selbst uns gelehrt hat.“

Segen: Am Ende des Gottesdienstes steht die Segensbitte. In den Kommunionfamilien ist es schön, wenn die vom Kommunionkind gesprochen wird. Dazu kann es sagen: 

„Gott segnet uns. Dann werden wir selbst zum Segen. Dafür danken wir dir, Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.“ 

Lied oder Musik zum Abschluss.