Auszug aus dem Dekret über die Aufhebung der Pfarreien unserer Pfarreiengemeinschaft und über die Errichtung der Pfarrei und Katholischen Kirchengemeinde Vierzehnheilige Morbach

„In den zurückliegenden zwanzig Jahren ist mehr und mehr deutlich geworden, dass die historischen Pfarrstrukturen nicht mehr in der Lage sind, den Auftrag der Kirche in der heutigen Zeit zu verwirklichen. 
Anfangs wurden Seelsorgeeinheiten gebildet. Zunächst bestand diese aus fünf Pfarreien Morbach St. Anna, Bischofsdhron St. Paulinus, Hunolstein St. Jo-hannes der Täufer, Morscheid St. Laurentius und Wederath-Hinzerath Kreuzauffindung. 
Zum 15. Mai 2005 wurden die beiden Pfarreien Bischofsdhron St. Paulinus und Wederath-Hinzerath Kreuzauffindung zur neuen Pfarrei Bischofsdhron St. Paulinus fusioniert. 
Zum 1. Januar 2010 wurden die beiden Pfarreien Hunolstein St. Johannes der Täufer und Morscheid-Riedenburg St. Laurentius zur neuen Pfarrei Morbach Morscheid St. Laurentius fusioniert. 
Ab dem 1. September 2011 bilden dann diese beiden fusionierten Pfarreien mit der Pfarrei Morbach St. Anna eine Pfarreiengemeinschaft. 
So wurden mehr und mehr die Grenzen der historisch gewachsenen Strukturen überschritten, um neue Möglichkeiten für ein pastorales Miteinander in einem größeren Raum zu eröffnen. Doch bei allem Positiven, das dadurch bereits möglich wurde, wurden auch die Grenzen dieser Ansätze immer wieder deutlich…. 
Parallel dazu ist – nicht zuletzt auch infolge gesellschaftlicher Veränderungen – in den letzten beiden Jahrzehnten ein deutlicher Rückgang des kirchlichen Lebens zu verzeichnen. Ein paar Kennzahlen für die Pfarreiengemeinschaft Morbach machen dies deutlich: Betrug die Zahl der Katholiken in dieser Pfarreiengemeinschaft im Jahr 2000 noch 6.328, so sind 2020 nur noch 5.014 Katholiken erfasst. Nahmen im Jahr 2000 noch 1.361 Gläubige an den Sonntagsgottesdiensten teil, so 2019 nur noch 543. 
Das alles macht deutlich, dass das Festhalten am Bisherigen weder sinnvoll noch möglich ist. Auch die geringer werdenden personellen wie auch finanziellen Res-sourcen verlangen ein Umdenken. 
 
Die zurückliegende Diözesansynode von 2013 – 2016 hat in ihrer Analyse der gegenwärtigen Situation aufgezeigt, dass es unbedingt einen neuen Aufbruchs bedarf. Daher sind die seelsorglichen Strukturen so anzupassen, dass zum einen nicht die Verwaltung des Bestehenden die für einen Aufbruch erforderlichen Kräfte und Mittel aufzehrt und zum anderen Seelsorge sich nicht auf die Sakramentenspendung beschränkt, sondern auch andere Formen der Evangelisierung möglich werden… 
Im Einzelnen gilt: 
Der Name der neuen Pfarrei lautet: Pfarrei Vierzehnheilige Morbach.
Der Name der neuen Kirchengemeinde lautet: Katholische Kirchenge-meinde Vierzehnheilige Morbach. 
Der Pfarrort der Pfarrei ist Morbach. Er ist zugleich Sitz der Kirchenge-meinde. 
Die Pfarrkirchen der bisherigen Pfarreien verlieren mit der Errichtung der Pfarrei Vierzehnheilige Morbach ihren Rang als Pfarrkirche. Sie werden unter Beibehaltung ihres Kirchentitels Kirchen in der Pfarrei Vierzehnheilige Morbach. Die Kirchen der errichteten Pfarrei behalten ihren Patronatsnamen und ihr Kircheninventar. 
Die in den bisherigen Kirchengemeinden vorhanden Vermögensarten (Fabrikvermögen und Pfarrstellenvermögen) bleiben unabhängig von einer eigenen Rechtsfähigkeit in ihrer bisherigen Bestimmung unberührt. Gleiches gilt für das Stiftungsvermögen. Die genannten Vermögen sind im Haushaltsplan unterscheidbar von den Vermögen der neu errichteten Kirchengemeinde auszuweisen. 
Stifterwillen und Zweckbindungen Dritter sind weiterhin zu beachten. 
 
Das Dekret tritt am 01. Januar 2022 in Kraft. 
 
Trier, den 08. Oktober 2021“  
 

 

 

Auszug aus der Stellungnahme des Pfarrers an Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Pfarreienfusion im Rahmen des Anhörungsverfahrens

 

Die Umsetzung der Synodenbeschlüsse in unserem Bistum Schreitet voran. Es muss aber offenbar dabei bleiben, dass die Pfarrgemeinden unseres Bistums zusammengelegt werden. Es führt kein Weg an großen Veränderungen vorbei. Mit dieser Problematik haben sich die Gremien unserer drei Pfarrgemeinden seit vielen Jahren intensiv beschäftigt und den Bischof gebeten, das Anhörungsverfahren für die Pfarreienfusion zu eröffnen.

„Sehr geehrter Herr Bischof,

am 07. Juli 2021 haben sowohl alle Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte als auch die Verbandsvertretung und der Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Morbach in einer Präsenzsitzung für eine Fusion zum 01. Jan. 2022 gestimmt. Es gab keine Voten, die bisherigen drei Kirchengemeinden beizubehalten. Einstimmig einigten sich die Mitglieder aller Gremien auf diesen frühestmöglichen Zusammenschluss, um aus den strukturellen Unsicherheiten herauszukommen und das Gemeindeleben verlässlicher planen zu können. Im Zugehen auf die geplante Pfarreienfusion gibt es in unserer Pfarreiengemeinschaft keine Bedenken vor dem Neuen und Ungeklärten, sondern vielmehr positive Motivationen, ja sogar eine echte Vorfreude, dass wir die Strukturdebatte bald hinter uns lassen, um dann endlich mehr thematisch arbeiten zu können.  

Mit dem bischöflichen Schreiben vom 11. Juni 2021 wurde ich beauftragt, in den Gremien der mir übertragenen Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid) das Anhörungsverfahren gemäß dem Kirchenrecht (Can. 515 § 2 CIC in Verbindung mit den Diözesanbestimmungen) durchzuführen und als zuständiger Pfarrer meine Stellungnahme abzugeben. Ich befürworte die Auflösung und Zusammenführung der Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid). Für den Fall der Zusammenführung und Neugründung erkläre ich meinen Verzicht auf die mir übertragenen Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid). Zugleich bekunde ich die Bereitschaft, die neu zu errichtende Pfarrstelle anzutreten. 

 

Gründe für eine Zusammenlegung (Fusion) 

In der Pfarreiengemeinschaft Morbach gab es bereits etliche pastorale Wege, die Zusammenarbeit und Kooperation gemeinsam ausrichteten und Möglichkeiten einer vernetzten Pastoral schufen. 

Ich denke an die gemeinsam verantwortete Firmpastoral und Erstkommunion-vorbereitung, an ein zunehmendes nachbarschaftliches Zusammenarbeiten, an die Mitverantwortung von ehrenamtlichen Personen, an inspirierende geistlich-pastorale Tage usw. 

Das Konzept der Pfarreienfusion besitzt sozusagen zwei Pole: einerseits Orientierung an der bisherigen Pfarreistruktur und zugleich eine Weitung in einem größeren (sozialen) Raum mit verbindlicher Kooperation. Für Ehrenamtliche ermöglicht die neue Pfarrei einen überschaubaren Rahmen für Engagement und Verantwortung. Ideen und Inhalte haben keine Grenzen und können sehr gut in einer neuen Pfarrei geplant und weiterentwickelt werden (z. B. Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Familien- und Taufpastoral). 

 

Vorschlag zur Namensgebung 

Nach eingehender Auswertung der Ideen für einen Namen der neuen Pfarrei wurde der Vorschlag „Vierzehnheilige Morbach“ angenommen. 

Begründung: Die neue Pfarrei umfasst vierzehn Kirchen. In Anlehnung an die „Vierzehn Nothelfer“, die legendäre Heilige für alle Lebenslagen sind, sehen die Mitglieder aller Gremien hier vor Ort auch in jedem einzelnen Patron unserer Kirchen einen Nothelfer, der in schwierigen Nöten verehrt und angerufen wird.  

Zu den legendären „Vierzehn Nothelfern“ zählen außerdem drei Bischöfe: Dionysius, Erasmus und Blasius, die bereits auch schon Patrone von drei Filialkirchen unserer Pfarreiengemeinschaft sind. Hinzu kommt, dass in unseren Kirchen noch weitere Heilige der „Vierzehn Nothelfer“ sehr verehrt werden. Diese Heiligen sind entweder in künstlerisch gestalteten Kirchenfenstern oder als Statuen im Innen- und Außenbereich der Kirchen angebracht. Wie z.B. die Hl. Barbara, der Hl. Christophorus, die Hl. Katharina und der Hl. Georg. Wir erwarten daher in der künftigen Pfarrei eine gute Identifikation mit der neuen Namensgebung. 

Um die neue Pfarrei territorial zuzuordnen wurde aus verschiedenen Vorschlä-gen der Zusatz „Morbach“ gewählt, und zwar in Anlehnung an die kommunale Einheitsgemeinde Morbach. 

 

Als Pastor möchte ich auch weiterhin Christen ermutigen, dass sie aus einer inneren Motivation und Überzeugung zukunftsfähige Entscheidungen treffen und freue mich auf noch viele gemeinsame Weg-Begegnungen, Weg-Geschichten und Weg-Erfahrungen mit Menschen aus unserer neuen Pfarrei und darüber hinaus. 

 

Mit freundlichen Grüßen 

 

Michael Jakob, Pfarrer“