Auszug aus der Stellungnahme des Pfarrers an Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Pfarreienfusion im Rahmen des Anhörungsverfahrens

Die Umsetzung der Synodenbeschlüsse in unserem Bistum Schreitet voran. Es muss aber offenbar dabei bleiben, dass die Pfarrgemeinden unseres Bistums zusammengelegt werden. Es führt kein Weg an großen Veränderungen vorbei. Mit dieser Problematik haben sich die Gremien unserer drei Pfarrgemeinden seit vielen Jahren intensiv beschäftigt und den Bischof gebeten, das Anhörungsverfahren für die Pfarreienfusion zu eröffnen.
„Sehr geehrter Herr Bischof,
am 07. Juli 2021 haben sowohl alle Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte als auch die Verbandsvertretung und der Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Morbach in einer Präsenzsitzung für eine Fusion zum 01. Jan. 2022 gestimmt. Es gab keine Voten, die bisherigen drei Kirchengemeinden beizubehalten. Einstimmig einigten sich die Mitglieder aller Gremien auf diesen frühestmöglichen Zusammenschluss, um aus den strukturellen Unsicherheiten herauszukommen und das Gemeindeleben verlässlicher planen zu können. Im Zugehen auf die geplante Pfarreienfusion gibt es in unserer Pfarreiengemeinschaft keine Bedenken vor dem Neuen und Ungeklärten, sondern vielmehr positive Motivationen, ja sogar eine echte Vorfreude, dass wir die Strukturdebatte bald hinter uns lassen, um dann endlich mehr thematisch arbeiten zu können.  
Mit dem bischöflichen Schreiben vom 11. Juni 2021 wurde ich beauftragt, in den Gremien der mir übertragenen Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid) das Anhörungsverfahren gemäß dem Kirchenrecht (Can. 515 § 2 CIC in Verbindung mit den Diözesanbestimmungen) durchzuführen und als zuständiger Pfarrer meine Stellungnahme abzugeben. Ich befürworte die Auflösung und Zusammenführung der Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid). Für den Fall der Zusammenführung und Neugründung erkläre ich meinen Verzicht auf die mir übertragenen Pfarreien St. Anna Morbach, St. Paulinus Morbach (Bischofsdhron) und St. Laurentius Morbach (Morscheid). Zugleich bekunde ich die Bereitschaft, die neu zu errichtende Pfarrstelle anzutreten. 
 
Gründe für eine Zusammenlegung (Fusion) 
In der Pfarreiengemeinschaft Morbach gab es bereits etliche pastorale Wege, die Zusammenarbeit und Kooperation gemeinsam ausrichteten und Möglichkeiten einer vernetzten Pastoral schufen. 
Ich denke an die gemeinsam verantwortete Firmpastoral und Erstkommunion-vorbereitung, an ein zunehmendes nachbarschaftliches Zusammenarbeiten, an die Mitverantwortung von ehrenamtlichen Personen, an inspirierende geistlich-pastorale Tage usw. 
Das Konzept der Pfarreienfusion besitzt sozusagen zwei Pole: einerseits Orientierung an der bisherigen Pfarreistruktur und zugleich eine Weitung in einem größeren (sozialen) Raum mit verbindlicher Kooperation. Für Ehrenamtliche ermöglicht die neue Pfarrei einen überschaubaren Rahmen für Engagement und Verantwortung. Ideen und Inhalte haben keine Grenzen und können sehr gut in einer neuen Pfarrei geplant und weiterentwickelt werden (z. B. Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Familien- und Taufpastoral). 
 
Vorschlag zur Namensgebung 
Nach eingehender Auswertung der Ideen für einen Namen der neuen Pfarrei wurde der Vorschlag „Vierzehnheilige Morbach“ angenommen. 
Begründung: Die neue Pfarrei umfasst vierzehn Kirchen. In Anlehnung an die „Vierzehn Nothelfer“, die legendäre Heilige für alle Lebenslagen sind, sehen die Mitglieder aller Gremien hier vor Ort auch in jedem einzelnen Patron unserer Kirchen einen Nothelfer, der in schwierigen Nöten verehrt und angerufen wird.  
Zu den legendären „Vierzehn Nothelfern“ zählen außerdem drei Bischöfe: Dionysius, Erasmus und Blasius, die bereits auch schon Patrone von drei Filialkirchen unserer Pfarreiengemeinschaft sind. Hinzu kommt, dass in unseren Kirchen noch weitere Heilige der „Vierzehn Nothelfer“ sehr verehrt werden. Diese Heiligen sind entweder in künstlerisch gestalteten Kirchenfenstern oder als Statuen im Innen- und Außenbereich der Kirchen angebracht. Wie z.B. die Hl. Barbara, der Hl. Christophorus, die Hl. Katharina und der Hl. Georg. Wir erwarten daher in der künftigen Pfarrei eine gute Identifikation mit der neuen Namensgebung. 
Um die neue Pfarrei territorial zuzuordnen wurde aus verschiedenen Vorschlä-gen der Zusatz „Morbach“ gewählt, und zwar in Anlehnung an die kommunale Einheitsgemeinde Morbach. 
 
Als Pastor möchte ich auch weiterhin Christen ermutigen, dass sie aus einer inneren Motivation und Überzeugung zukunftsfähige Entscheidungen treffen und freue mich auf noch viele gemeinsame Weg-Begegnungen, Weg-Geschichten und Weg-Erfahrungen mit Menschen aus unserer neuen Pfarrei und darüber hinaus. 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Michael Jakob, Pfarrer“