VATIKANISCHE INSTRUKTION „DIE PASTORALE UMKEHR DER PFARR-GEMEINDE“

 Liebe Pfarrangehörige!  
 
Mitte Juni haben erste Gespräche unseres Bischofs und des Generalvikars über die Synodenumsetzung des Bistums Trier u. a. mit der Kleruskongregation im Vatikan stattgefunden. Nach der Rückkehr des Bischofs ließ das Bistum verlauten, die Ge-spräche mit dem Vatikan hätten „in guter Atmosphäre“ stattgefunden. Viele frag-ten sich daraufhin, wie es jetzt mit der Umsetzung unserer Synode weitergehen wird. Bischof und Generalvikar haben deutlich gemacht, dass der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden soll – allerdings unter veränderten Rahmenbedingungen, die die zuständigen römischen Behörden eingebracht haben. Somit sollten die 35 geplanten „Pfarreien der Zukunft“ nicht mehr im rechtlichen Sinn als Pfarreien er-richtet werden, sondern als sogenannte „Seelsorgeräume“ hervorgehen. Die der-zeitigen 172 Pfarreiengemeinschaften, aus der unser Bistum zurzeit besteht, sollen weiterhin die territoriale Untergliederung bilden. Das heißt, die bisherigen Pfarrei-en (bei uns sind es drei) einer Pfarreiengemeinschaft werden sich aus dem Verbund heraus zusammenschließen und zu einer Pfarrgemeinde fusionieren. Mit eigenem Pastor und Seelsorgeteam, eigener Vermögensverwaltung (Verwaltungsrat) und pastoralem Gremium. Das war den Verantwortlichen in Rom besonders wichtig. 
Klang sehr vielversprechend. Doch seit einigen Tagen gibt es wieder einmal Auf-regung in der deutschen Kirche, denn der Vatikan hat am 20. Juli eine Instruktion veröffentlicht mit dem Titel "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche". 
Dabei geht es um die Bedeutung und die Aufgaben der Pfarreien, aber auch um das Verhältnis zwischen Priester und Laien. Die Instruktion greift in die aktuellen Struk-turprozesse der Bistümer und Pfarreien ein und wird in allen deutschen Diözesen kontrovers diskutiert. 
Die Kleruskongregation wie auch der Päpstliche Rat für die Gesetzestexte hegen Bedenken, was die Rolle des Pfarrers im Leitungsteam der Pfarrei betrifft, den Dienst der übrigen Priester, die Konzeption der pfarrlichen Gremien, die Größe der künftigen Pfarreien sowie die Geschwindigkeit der Umsetzung. 
 
Also: Ein Dokument von hoher Brisanz angesichts aktueller Entwicklungen in der deutschen Kirche, das ein großes Rätselraten und viel Gefühlschaos auslöst – nicht nur bei den Hauptamtlichen. Darüber hinaus ist es schon merkwürdig, wenn ein Dokument von Rom kommt, ohne dass jemals mit den Verantwortlichen in den Bistümern darüber gesprochen wurde. Jedenfalls ist das kein Miteinander von Uni-versal- und Teilkirche, wie man sich das wünscht. Diese Situation ist alles andere als motivierend. 
Daher könnten wir mit gleichem Atemzug jetzt wieder vieles aufzählen, was sich ändern müsste. Mir ist es aber momentan wichtiger, dass wir uns alle als Teil der Kirche im Bistum Trier und weltweit mit der Gemeinschaft aller Glaubenden ver-stehen und uns dabei bemühen, dass wir vor Ort miteinander Kirche bleiben und gestalten, und zwar mit den Menschen, die sie bisher geprägt haben und weiter prägen wollen.  
Warten wir wieder einmal ab, was nun wirklich herauskommen wird. Ich hoffe sehr, dass es nicht wieder Jahre dauert, sondern in einem überschaubaren Zeit-rahmen passable Ergebnisse präsentiert werden können. 
Wie sagte noch die Hl. Theresia von Avila: Solo Deo basta – Gott allein genügt! 
 
Michael Jakob, Pastor