Geistliches Wort

Menschen sind sehr anpassungsfähig. Sonst wäre das Überleben unserer Spezies über die vielen Jahrtausenden  nicht möglich gewesen. Am eigenen Leib haben wir es erleben können auch bei der Corona-Pandemie, die noch immer nicht zu Ende ist. Niemand ist erfreut, wenn Kontakte zu Menschen, die einem nahe stehen, heruntergefahren werden – wie auch geschehen. Um so erfreulich, dass nach vielen Wochen ein Kontakt im Rahmen des Möglichen wieder zugelassen ist.
Viele Gläubige unserer Pfarreiengemeinschaft vermissen aber noch immer die Gottesdienste, so wie sie es vor der Pandemie gewohnt waren.
Der alte Zustand ist jedoch nicht  einfach wiederherzustellen. Aber es sollen jetzt Schritte in die Tat umgesetzt werden, die gemeinsamen Gottesdienste unter Auflagen wieder anzubieten.
Das ist auch dringend geboten, denn der Glaube will geteilt werden. Menschen brauchen andere Menschen. Gläubige brauchen die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Das dient der eigenen Vergewisserung des Glaubens und der gegenseitigen Stärkung im Glauben an den Einen Gott.
Das ist besonders wichtig in einer Krise. Und in der befinden wir uns noch immer. Doch ist der Begriff der Krise durchaus nicht negativ besetzt, denn er bedeutet: Wendepunkt.
Die Corona-Krise birgt die Chance in sich, sich des eigenen Lebens (und des Glaubens)  zu vergewissern. Wem die Gemeinschaft der Gläubigen in den Gottesdiensten fehlt, der vermisst den menschlichen und geistlichen Austausch, das gemeinsame Gebet, das Singen, die Auslegung des Wortes Gottes in der Predigt. Vielleicht auch das gemeinsame Schweigen in der Kirche, das uns  trägt. Der vermisst mit einem Wort die Gemeinschaft des kirchlichen Lebens.
Nehmen wir unser Leben und Zusammenleben mit anderen in den Blick und fassen es in unseren Gebeten und Bitten an Gott zusammen! Sprechen wir mit ihm, dass er uns begleite durch die Zeit und deren Krisen.
Bleiben Sie alle wohl behütet und getragen durch unseren Herrn Jesus Christus!
 
Herzliche Grüße
 
Dr. Harald Müller-Baußmann, diac.