Geistliches Wort

Die Corona-Pandemie hat uns voll im Griff.  Sie ist allgegenwärtig. Das macht Angst. Hinzu kommen für viele Menschen finanzielle Sorgen; reicht das Geld? Werde ich meinen Arbeitsplatz wieder zurückbekommen? Werde ich geschäftlich wieder auf die Beine kommen? Wann werde ich die Enkelkinder wiedersehen – die Freunde, die Verwandten, die nicht im gleichen Haus wohnen? Wann wird alles wieder normal – so wie vorher.
Was wir rein menschlich besonders vermissen, ist die uneingeschränkte körperliche Nähe zu lieben Menschen; ein herzliches Umarmen, tröstend eine Hand halten. Können wir trotz Abstand zu anderen Menschen dennoch Nähe herstellen? In einem gewissem Sinne –  ja. Denn gerade durch die „verordnete“ Distanz kann das Bewusstsein dafür wachsen, wie unendlich nah uns Menschen sind, die für unser Leben wichtig sind. 
Im Prinzip wissen wir das natürlich, aber es fühlt sich zurzeit anders an. Es ist ein Unterschied, ob ich etwas mit dem Verstand begreife oder ob mein Gefühlsleben unter der Entbehrung leidet.
Wir erleben einen Verlust, obwohl die Menschen noch unter uns sind. Das kann einem ganz nahe gehen, es kann sogar krank machen.
Ein Aspekt, der uns auch wieder alle betrifft. Unser Umgang mit Natur und Umwelt. Sie leidet, weil wir alle sie überstrapazieren. Wir leben ökologisch gesehen über unsere Verhältnisse. Wir müssen wieder lernen achtsam zu sein. Achtsam mit allem, was lebt und auch ein Recht hat auf Leben. Wir sind nicht allein auf der Erde und wir leben von dem, was die Erde hervorbringt.
Wir leben in einer globalisierten Welt.
Denken wir darüber nach. Was können wir aus der derzeitigen Situation lernen? Unser Leben und unsere Art zu leben neu  überdenken.
Wir können die Corona-Krise nicht einfach ignorieren und so tun, als gäbe es sie nicht. Wir müssen uns mit ihr arrangieren. Wir müssen mit den Gegebenheiten leben. Vielleicht aber doch mit einem veränderten Bewusstsein und dem neuen Blick auf die Menschen und auf Gottes Schöpfung.
Und vor allem brauchen wir dies als Christen – Gebete, die uns heilen, Gebete, die uns wachrütteln, Gebete, die uns Frieden schenken, Gebete, die uns zusammenbringen, Gebete, die uns zusammenschweißen besonders in Zeiten der Not wie dieser.
 
Bleiben Sie von Gott wohlbehütet!
 
 
Dr. Harald Müller-Baußmann, Diakon