Häufig gestellte Fragen

Synode

Seit dem 24. März ist bekannt, wie das Bistum Trier sich und seine "Pfarreien der Zukunft" aufstellen wird. Vermutlich gibt es dazu viele Fragen - und auch kritische Rückmeldungen... In der so genannten "Resonanzphase" hat jede und jeder mehrere Möglichkeiten, Fragen und Kritik einzubringen.

Manche Frage kommt öfter vor - einige Fragen und Antworten haben wir hier gesammelt - und werden sie weiter ergänzen.

Die Synode hat beschlossen, dass die Pfarreien der Zukunft wesentlich größere Räume umfassen als bisher.

Warum ist diese Vergrößerung wichtig und richtig?

Statt „Vergrößerung“ muss es besser heißen: Wir gründen Pfarreien der Zukunft. Wenn wir „vergrößern“ sagen, hört sich das so an, als ob die Arbeit, die die Pfarreien bisher tun, genau so weiter gemacht werden sollte, nur eben in einem größeren Raum. Es geht aber um sehr viel grundlegendere Veränderungen.

Die Synode hat sich zunächst sehr intensiv mit den prägenden Entwicklungen unserer Zeit auseinandergesetzt. Sie hat festgestellt: Die Kirche erlebt einen epochalen Wandel. Das fordert uns im Bistum Trier (und auch anderswo) heraus.

Die bisherige Arbeit der Pfarreien war sehr stark von der Idee geprägt, dass alle mehr oder weniger selbstverständlich zur Kirche dazugehören. Die Kirche im Dorf oder im Stadtteil – eben die Pfarrei - hat das Leben der Leute bestimmt, ihnen Orientierung geben und das Jahr und die Lebenszeiten geordnet.

Die Lebensbezüge der Menschen haben sich geändert. Viele Gläubige (und auch andere Menschen) suchen, brauchen und erwarten anderes (und mehr) als die klassischen Angebote der Pfarrei; die entsprechen ihren Bedürfnissen viel weniger als früher. Daher wünschen und erwarten viele Kirchenmitglieder dringend, dass sich die kirchliche Praxis ebenfalls verändert. 

Diesen Veränderungswunsch haben bei der Befragung im Vorfeld der Synode viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und während der Synode dann viele Synodale deutlich artikuliert.

Die Pfarreien der Zukunft sind als Räume konzipiert, die zugleich Weite und Nähe ermöglichen sollen. Sie sollen einerseits die Enge aufbrechen, die in einem Festhalten an nicht mehr tragfähigen Strukturen läge. Sie sollen andererseits die Ferne überbrücken helfen, die viele Kirchenmitglieder inzwischen zur Kirche empfinden. 

Die Pfarrei der Zukunft wird einerseits Gemeinschaften unterstützen, die sich an lokaler Nähe orientieren und vor Ort entstehen; sie unterstützt und begleitet auch Gruppen und Gemeinschaften, die sich wegen inhaltlicher Nähe bilden; diese (inhaltliche Nähe bei räumlicher Distanz) wird oft erst in der Weite des neuen pastoralen Raumes erlebbar.

Es geht bei den Pfarreien der Zukunft nicht um eine Zentralisierung. Der „Pfarrort“ der Pfarrei der Zukunft ist zwar konzipiert als zentraler Anlaufpunkt für die Dienstleistungsangebote der Pfarrei der Zukunft; diese Konzentration soll die Verlässlichkeit des kirchlichen Angebots sicherstellen. 

Kirchliches Leben soll sich aber (auch weiterhin) nicht an einem einzelnen, sondern dezentral an möglichst vielen Knotenpunkten der Pfarrei der Zukunft abspielen – das heißt: es wird eine möglichst dezentral angelegte Unterstützung der Eigeninitiativen vor Ort geben.

Kirchliches Leben findet meist im lokalen Nahraum statt: in unterschiedlichen Formen von Gebet und Gottesdienst, in Gemeinschaften und Gruppen sowie in vielen Formen von christlichem Engagement.

Die Pfarreien der Zukunft sollen dieses vorhandene kirchliche Leben an den vielen „Kirchorten“ auf neue Weise unterstützen;  zum Beispiel werden sie das ehrenamtliche Engagement verstärkt und umfassender fördern als die bisherigen Pfarreien und Dekanate.

Es gibt darüber hinaus Potenzial für die Entstehung neuen kirchlichen Lebens, das die Pfarreien der Zukunft mit ihren erweiterten Möglichkeiten fördern sollen. Dabei wird neues kirchliches Leben in lokaler wie auch in inhaltlicher Nähe in der Weite des neuen Raums zu entdecken sein. Beispielhaft dafür stehen: auf menschliche Nähe ausgerichtete Basisgemeinschaften und inhaltlich orientierte Themenzentren (etwa zu Diakonie/Caritas, Jugend, Katechese, Mission – das Abschlussdokument hat Beispiele genannt).

Die Pfarrei der Zukunft wird von den Getauften her denken. Als Getaufte sind die Gläubigen heraus gerufen, ihre persönlichen Gaben zu entdecken und einzubringen. Die Pfarreien der Zukunft sind daher gefordert, den Gläubigen (oft auch zusammen mit anderen Menschen) diesen weiten Raum für ihr Engagement zu bieten.

Die Pfarrei der Zukunft ist ein Netzwerk mit vielen Knotenpunkten. Es gibt mindestens einen verlässlichen Anlaufpunkt mit gesicherter Präsenz von Seelsorge und Verwaltung: den Pfarrort.

Zur Pfarrei der Zukunft gehört es auch, Abschied zu nehmen. Abschied-Nehmen ist eine Konsequenz aus der Analyse: Was nicht mehr passt und/oder was nur mit unverhältnismäßigem Aufwand am Leben zu erhalten wäre, darf und muss zu Ende gehen.

Aus den Abschieden erwächst Freiheit: wir müssen nicht mehr alles aufrechterhalten; wir sind frei, Neues zu beginnen.

Bis zum Herbst 2017 werden Rückmeldungen zur vorläufigen Raumgliederung  gesammelt, etwa bei Veranstaltungen mit Bischof Ackermann, in den Pfarreien und Dekanaten und mittels Rückmeldebögen – online oder in Papierform. („Resonanz-Phase“) Alle Rückmeldungen werden gesammelt und systematisch ausgewertet. Die Teilprozessgruppe „Raumgliederung“ wird im Herbst 2017 ihre Vorlage überarbeiten; dabei wird sie die Rückmeldungen würdigen und gegebenenfalls als Veränderung eintragen.

Inhaltlich geht es der Steuerungsgruppe und der Bistumsleitung in der Phase der Rückmeldungen (Resonanzphase) darum, Feedback zu den konkreten Details eines oder mehrerer neuer pastoraler Räume / Pfarreien der Zukunft zu bekommen: Wo passt ein konkreter Raumzuschnitt – und wo gibt es Veränderungsbedarf?

Im Winter 2017 / 2018 wird der Bischof dann den endgültigen Plan in Kraft setzen. Danach beginnt eine „Erkundungsphase“, in der das neue kirchliche Leben in den neuen größeren Räumen erprobt und gestaltet und erkundet werden soll.

Voraussichtlich Anfang 2020 wird der Bischof die Pfarreien der Zukunft errichten.

Im Abschlussdokument und im Anhang ist die Rede von „maximal 60 Pfarreien“.  Die Teilprozessgruppe und die Leitung haben nach der Synode noch einmal die Kriterien aus der Sachkommission 3 der Synode und Kriterien zB aus dem kommunalen Bereich und weitere Erfahrungen zusammen betrachtet – daraus hat sich ergeben, dass die Pfarrei der Zukunft eine bestimmte (minimale) Größe haben muss,

  • damit sie ihre Funktionen erfüllen kann,
  • damit die personelle Ausstattung ein Miteinander möglichst vieler verschiedener Qualifikationen ermöglicht
  • damit sie auch für die absehbaren personellen und Ressourcen-Veränderungen bis ca. 2040 gesichert ist...

Externe Fachleute haben aus ihrer Perspektive bestätigt, dass die vorläufige Gliederung in 35 Pfarreien der Zukunft auch nach ihren Kriterien „funktionieren“ kann.

Mehr zum Thema im Blog www.heraus-gerufen.de 

Zum einen nehmen im April / Mai 2017 verschiedene weitere Teilprozessgruppen ihre Arbeit auf sie befassen sich mit mehr inhaltlichen Fragen einerseits und auf der anderen Seite mit den mehr organisatorischen Fragen. 

Zum anderen beginnt ab Herbst eine Zeit der Erkundung, „Erkundungsphase“ genannt. In dieser Phase entsendet das Bistum „Erkundungs-Teams“ in die künftigen Pfarreien der Zukunft; diese Teams sollen mit den Leuten vor Ort entdecken, was das kirchliche Leben dort prägt und welche Entwicklungspotentiale jeweils am Ort und im pastoralen Raum noch schlummern und zu wecken wären.

Vorschläge für kirchenrechts-kompatible Lösungen der sehr komplexen Vermögensfragen werden bis Herbst 2017 von Expertinnen und Experten entwickelt. Dabei geht es auch um die Berücksichtigung lokaler Verantwortungsstrukturen. Für die Entscheidungsbildung wird es eine eigene Resonanzphase geben: Sowohl die Meinung der Gremien vor Ort als auch das Votum der diözesanen Räte werden vor einer Entscheidung eingeholt.

Bei der Verteilung der finanziellen Mittel durch das Bistum gilt: Die Einrichtung von Pfarreien der Zukunft soll die Seelsorge vor Ort stärken und zukunftsfest machen. Diese Zielsetzung gilt auch und insbesondere für die Verteilung der Finanzmittel.

In jeder Pfarrei der Zukunft gibt es einen verlässlichen Anlaufpunkt für die kirchlichen Dienstleistungsangebote: den Pfarrort. Dort gibt es ein grundlegendes pastorales Angebot sowie Informationen zur Pastoral und zur sakramentalen Grundversorgung in der Fläche der Pfarrei. Dort soll immer jemand erreichbar sein, der oder die zum Beispiel Kontakt zu einer Seelsorgerin / einem Seelsorger herstellen kann. Zudem werden dort z. B. Verwaltungsleistungen erbracht, Finanz- und Vermögensfragen geregelt sowie Urkunden und Bescheinigungen erstellt.

Zur Beerdigungs-Frage hat die Synode festgestellt, dass in Zukunft noch mehr als bisher schon auch andere Personen als Priester und Diakone diesen christlichen Dienst übernehmen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten können. Die Pfarreien der Zukunft werden jeweils für das eigene Gebiet klären, wie Hauptamtliche und Ehrenamtliche sich diese Aufgabe teilen. Wichtig wird bleiben, dass jede Beisetzung würdig gefeiert wird und  die Hinterbliebenen eine gute Begleitung erfahren. (Die Beerdigungs-Frage hätte sich allerdings auch unabhängig von den „Pfarreien der Zukunft“ in nächster Zeit auf jeden Fall gestellt. Es gibt schon viele Pfarreien und Dekanate, in denen haupt- und ehrenamtliche „Laien“ diesen Dienst mit übernommen haben.)

Es wird in der Pfarrei der Zukunft einen Gottesdienstplan geben, der auch öffentlich darüber informiert, wann und wo in der Pfarrei der Zukunft Gottesdienste stattfinden – im Pfarrort und in vielen Kirchorten (regelmäßige Gottesdienst-Zeiten und jeweils aktuelle Gottesdienst-Pläne, gedruckt und online verfügbar).

Das weitere dezentrale Angebot an den einzelnen Kirchorten ist von der Eigeninitiative der dort lebenden Christinnen und Christen bestimmt – es wird von Kindertageseinrichtungen und Caritas über Gebetskreise, Kultur- und Besuchsgruppen bis zu vielerlei weiteren Gemeinschaften reichen. Wesentlich ist, dass das Angebot den Lebensthemen der Menschen vor Ort (Familie, Gesundheit, Alter, soziale Bedingungen...) entspricht und dass es vom Leitungsteam und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professionell unterstützt wird.