Gemeindeversammlung in Hinzerath

Hinzerath St. Johannes der Täufer Kirche 1669 erbaut  Hinzerath St.Johannes der Täufer Kirche 1958 erbaut

„Vor Ort Kirche neu gestalten“ so möchten wir die Gemeindeversammlung überschreiben zu der wir - Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat – alle Gemeindemitglieder am 

Dienstag, 27. März 2018, um 19:00 Uhr
in die Kirche nach Hinzerath

ganz herzlich einladen.
Diese Gemeindeversammlung dient als Ideenwerkstatt sowohl für eine Umnutzung der jetzigen Filialkirche als auch für eine „In Wertsetzung“ der historischen Kirche aus dem Jahre 1669. Eine ganz wesentliche Frage wird uns dabei begleiten:
Wie können wir neue Wege finden, die Kirche zum Leuchten zu bringen?
Der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat hat sich für einen solchen partizipativen Prozess entschlossen. Partizipativ bedeutet, dass möglichst viele Menschen in diesen Prozess einbezogen werden sollen. Das ist einerseits eine enorme Herausforderung, andererseits aber auch eine große Chance. Denn schließlich geht es darum, uns unserer Identität bewusster zu werden und zu erkennen, aus welchen Quellen wir Kraft schöpfen und daraus Profil gewinnen können.
Die Notwendigkeit das neuere Kirchengebäude (aus dem Jahr 1959) aufzugeben und in anderer Weise zu nutzen steht also ebenso im Mittelpunkt der Diskussion als auch über mögliche Nutzungsänderungen der alten historischen Kirche (aus dem Jahr 1669) mit Ergänzungen der bisher ausschließlich sakralen Nutzung nachzudenken.
Neben der Symbolkraft der Gebäude für die christliche Gemeinschaft und ihre Überzeugungen waren früher die Kirchen allgemein Orientierungs- und Identifi-kationspunkte: Sie waren räumlich am Ort und inhaltlich im Lebenslauf der Menschen verankert, das soll auch so bleiben.
Das setzt natürlich voraus, dass die Menschen die Kirche bei sich auch haben wollen, denn Kirche ist Gemeinschaft der Glaubenden. Das ist die eigentliche Definition von Kirche – und die ist älter als alle örtlichen Gemeinschaften, die sich in ihrem vertrauten Kirchengebäude beheimaten.
Es sollen auch weiterhin in Hinzerath gute und schöne Messen geben, die die Menschen versammeln und geistlich ansprechen. Darüber hinaus muss es aber auch andere Möglichkeiten geben, sich als kleine Gemeinschaft in der Kirche am Ort zu versammeln, wenn das Angebot einer Messfeier dort eben nicht möglich ist.
Wir wollen also weiter Kirche sein und gestalten, aber wir müssen auch bereit sein, neue Wege zu gehen. Die kommenden Monate und Jahre werden uns dahinführen. Gestalten müssen wir den Weg aber selber – und dafür möchte ich werben.
In diesen Zusammenhang passt hervorragend das Wort unseres Bischofs, Dr. Stephan Ackermann, der im Fastenhirtenbrief des vergangenen Jahres (2017) an alle Gläubigen des Bistums geschrieben hat:
„Ich weiß, dass unseren Gemeinden bereits in den letzten Jahren spürbare und zum Teil schmerzliche Veränderungen zugemutet worden sind. Diese Veränderungen entspringen nicht dem Mutwillen des Bischofs und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Trier, sondern ergeben sich aus den Veränderungen, in die wir kirchlich und gesellschaftlich hineingestellt sind.
Es wird künftig zu Diskussionen und Kontroversen kommen. Das ist nur natürlich und nicht schlimm. Entscheidend wird die Atmosphäre, wird der Geist sein, in dem dies stattfindet: Wird man uns das ehrliche Ringen um eine Erneuerung ansehen oder wird der Eindruck vorherrschen, dass vor allem Besitzstände gewahrt und liebgewonnene Gewohnheiten verteidigt werden sollen? Ich hoffe auf Ersteres.“
Also: Machen wir es doch ganz nach dem Motto, wie die Menschen im Dekanat Trier. Sie sagten:
„Bring mit, was du hast – und gib, was du bist.“

 

Für den Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat

Michael Jakob, Pastor

 

Bilder: Hermann Bohn